Berichtsheft Vorlage

Auch wenn es noch so nervt: Bei den meisten Ausbildungen führt am Berichtsheft nun mal kein Weg vorbei. Doch gewusst wie, ist das Schreiben halb so wild.

Auf die Frage, was an der Ausbildung am wenigsten Spaß macht, antworten ziemlich viele Azubis: „Das Berichtsheft schreiben.“ Jedenfalls ist das Berichtsheft eine der Aufgaben, die unbeliebt, lästig und manchmal regelrecht gefürchtet sind. Und die gerne bis zuletzt hinausgeschoben werden.

Aber egal wie schwer es fällt: Bei den meisten Ausbildungen ist das Berichtsheft ein fester Bestandteil. Spätestens wenn die Prüfungen bevorstehen, muss das Berichtsheft vollständig sein. Andernfalls ist die Zulassung zur Prüfungsteilnahme gefährdet. Damit der Ausbildungsbetrieb die Lernfortschritte im Blick behalten und bei Schwierigkeiten eingreifen kann, wird der Ausbilder aber ohnehin regelmäßig einen Blick ins Berichtheft werfen wollen. Sie kommen also letztlich so oder so nicht ums Schreiben des Berichtshefts herum. Aber warum ist das eigentlich so? Und wie wird ein Berichtsheft überhaupt geschrieben? Wir erklären Ihnen, was es mit dem Berichtsheft auf sich hat. Tipps fürs Schreiben gibt’s natürlich obendrauf!

Welchen Sinn hat das Berichtsheft?

Bei fast allen Ausbildungen gehört es zu Ihren Pflichten als Azubi, ein Berichtsheft zu führen. In dem Berichtsheft wird alles festgehalten, was Sie im Verlauf Ihrer Ausbildung gelernt und gemacht haben. Dadurch kann überprüft werden, ob Sie so ausgebildet wurden, wie es die Ausbildungsordnung für Ihren Ausbildungsberuf vorsieht. Aus diesem Grund ist das Berichtsheft auch eine Zulassungsvoraussetzung für die Abschlussprüfung. Das heißt: Können Sie kein Berichtsheft vorlegen oder ist Ihr Berichtsheft unvollständig, können Sie meist auch Ihre Abschlussprüfung nicht ablegen. Aber Sie sollten es positiv sehen. Schließlich ist das Berichtsheft auch für Sie ein gutes Hilfsmittel bei der Prüfungsvorbereitung. Denn Sie können darin alle Ausbildungsinhalte nachlesen und nachvollziehen, auch solche, die schon länger zurückliegen.

Was beinhaltet ein Berichtsheft?

Das Berichtsheft besteht aus einem Deckblatt, einer Übersicht über den Ausbildungsverlauf und den Ausbildungsnachweisen. Die Ausbildungsnachweise sind die eigentlichen Berichte, die Sie entweder als Tages-, als Wochen- oder als Monatsberichte schreiben. Die einzelnen Blätter werden üblicherweise in einem Ordner abgeheftet. Das Berichtsheft müssen Sie sich aber nicht selbst besorgen. Stattdessen bekommen Sie die Vordrucke kostenfrei von Ihrem Ausbildungsbetrieb. Oder Sie müssen die Vordrucke der IHK, HWK oder sonstigen Kammer verwenden, die für Ihre Ausbildung zuständig ist. Auf deren Internetseiten stehen die Vordrucke ebenfalls kostenfrei zur Verfügung. Und wie die Vordrucke in etwa aussehen, sehen Sie an der Mustervorlage am Ende dieses Beitrags.

Wie wird das Berichtsheft geschrieben?

Ihr Berichtsheft als Ausbildungsnachweis führen Sie entweder täglich oder wöchentlich. Welche Form es wird, sprechen Sie mit Ihrem Ausbildungsbetrieb ab. In technischen Berufen werden meist tägliche Berichte geschrieben, während in kaufmännischen Berufen Wochenberichte üblicher sind. Als dritte Variante gibt es noch die Monatsberichte. Sie sind aber recht selten. Unabhängig davon, ob Sie Ihr Berichtsheft täglich oder wöchentlich führen, gibt es ein paar Mindestanforderungen, die Sie immer einhalten müssen:

  • Auf jedem Blatt in Ihrem Berichtsheft müssen Ihr Name, das Ausbildungsjahr und der Zeitraum, über den Sie gerade berichten, aufgeführt sein.
  • Wenn Sie Ihre Ausbildungsinhalte beschreiben, müssen Sie die Angaben nicht unbedingt ausformulieren. Sie müssen also keine seitenlangen Berichte schreiben. Es reicht, wenn Sie Stichworte verwenden. Allerdings sollten Sie Ihre Aufgaben und Tätigkeiten möglichst genau beschreiben. Ein einziges Stichwort genügt nicht, etwas ausführlicher muss es schon sein

Ein Beispiel:

FalschWareneingang; Verkauf
RichtigWareneingang: Lieferung angenommen und Lieferschein kontrolliert; Ware nach Größe, Preisauszeichnung und Mängel geprüft; Ware im Laden verräumt

Verkauf: Kunden begrüßt und zu gesuchter Ware geführt; Kunden beraten; verkaufte Ware verpackt und an Kunden übergeben

  • Neben den praktischen Tätigkeiten im Ausbildungsbetrieb müssen Sie auch Unterweisungen, Schulungen und die Inhalte des Berufsschulunterrichts in Ihrem Berichtsheft notieren.
  • Ihr Ausbilder muss Ihre Berichte regelmäßig kontrollieren und unterschreiben. Sind Sie noch nicht volljährig, müssen auch Ihre Eltern ihre Unterschrift unter die Berichte setzen.
  • Wann wird das Berichtsheft geschrieben?

    Grundsätzlich bleibt es natürlich Ihnen selbst überlassen, wann Sie Ihr Berichtsheft schreiben. Sie müssen sich aber nicht zwangsläufig in Ihrer Freizeit an den Schreibtisch setzen. Denn wenn Sie die Berichte während der Ausbildungszeit im Betrieb schreiben möchten, muss Ihnen Ihr Ausbilder diese Zeit geben. Allerdings heißt das nicht, dass Sie es sich im Aufenthaltsraum oder Büro gemütlich machen und ganz entspannt an Ihren Berichten herumbasteln können. Vielmehr gilt als Richtlinie, dass Ihr Tagesbericht nach zehn Minuten und Ihr Wochenbericht nach höchstens einer halben Stunde fertig sein sollte.

    Fließt das Berichtsheft in die Prüfungsnote ein?

    Ihr Berichtsheft wird nicht benotet und hat auch keinen Einfluss auf Ihr Prüfungsergebnis. Das Berichtsheft ist lediglich ein Ausbildungsnachweis, durch den überprüft wird, ob Sie während Ihrer Ausbildung alle notwendigen Fertigkeiten und Fähigkeiten erworben haben und folglich an der Abschlussprüfung teilnehmen können.

    5 Tipps für Ihr Berichtsheft

    Damit Ihnen das Schreiben Ihres Berichtsheftes noch ein bisschen leichter fällt, haben wir noch folgende fünf Tipps für Sie:

    Tipp Nr. 1: Fangen Sie rechtzeitig an.

    Egal ob Sie Tages-, Wochen- oder Monatsberichte schreiben müssen: Kümmern Sie sich so schnell wie möglich um Ihr Berichtsheft. Wenn Sie sich gleich an die Arbeit machen, ist die Sache in ein paar Minuten erledigt. Denn solange Ihre Erinnerungen noch frisch sind, können Sie locker aufschreiben, was Sie alles gemacht haben. Je länger Sie warten, desto schwerer wird es, die Seiten voll zu kriegen. Zumal Sie sich dann entweder irgendetwas aus den Fingern saugen oder sich die fehlenden Informationen irgendwo besorgen müssen. Dadurch wird das Schreiben aber nur noch anstrengender. Und: Wenn Sie Ihren Bericht gleich geschrieben haben, müssen Sie den Rest der Woche nicht mehr daran denken.

    Tipp Nr. 2: Machen Sie sich zwischendurch Notizen.

    Natürlich kann es sein, dass Sie mal keine Zeit haben, um gleich Ihren Bericht zu schreiben. Oder dass Sie nach einem langen Arbeitstag so kaputt sind, dass Sie einfach keine Lust mehr haben. Für solche Fälle sollten Sie sich angewöhnen, sich Erinnerungshilfen zurechtzulegen. Das heißt nicht, dass Sie ständig mit einem Notizblock und einem Stift durch die Gegend laufen müssen. Aber wenn Sie sich in einem ruhigen Moment oder in der Pause ein paar Notizen machen, haben Sie es später sehr viel leichter. Denn Sie müssen dann nur noch Ihre Notizen ausformulieren. Übrigens: Wenn Sie Ihr Smartphone ohnehin in die Hand nehmen, können Sie bei der Gelegenheit ebenso ein paar Notizen oder Fotos festhalten. Denn auch das Smartphone ist als Speicher für Ihre Aufzeichnungen bestens geeignet.

    Tipp Nr. 3: Berichten Sie nicht nur über Ihre Aufgaben.

    Es kann ganz schön schwierig sein, einen Bericht zu schreiben. Das gilt vor allem dann, wenn nichts Spannendes passiert ist und Sie nur Routineaufgaben erledigt haben. Andererseits ist es normal, dass sich bestimmte Tätigkeiten regelmäßig wiederholen und nicht dauernd neue Lerninhalte dazukommen. Deshalb macht es nichts, wenn Sie die gleichen Aufgaben mehrfach beschreiben. Versuchen Sie aber, die Formulierungen ein wenig abzuwandeln. Zudem müssen Sie sich nicht auf Ihre Aufgaben beschränken. Genauso gut können Sie nämlich auch über Ihren Arbeitsplatz schreiben:

    • Wie funktioniert ein bestimmtes Gerät?
    • Wie werden die verschiedenen Warengruppen erfasst?
    • Wofür werden die unterschiedlichen Computerprogramme verwendet?
    • Wie ist Ihr Arbeitsplatz eingerichtet?
    • Wodurch kennzeichnet sich Ihr Arbeitsumfeld?
    • Warum tragen Sie eine bestimmte Arbeitskleidung?

    Neben den Beschreibungen der Aufgaben gehören auch Angaben zu Ihrem Arbeitsbereich in Ihr Berichtsheft. Und diese Infos eignen sich prima, wenn Sie mal nicht wissen, was Sie schreiben sollen.

    Tipp Nr. 4: Gestalten Sie Ihr Berichtsheft kreativ.

    Ein Berichtsheft muss nicht nur mit Texten befüllt werden. Seien Sie ruhig kreativ. Fügen Sie beispielsweise Zeichnungen, Skizzen, Bilder oder Vorher-Nachher-Fotos ein. Oder gestalten Sie Tabellen und Listen. Zum einen wirken Ihre Berichte dadurch lebendiger. Zum anderen macht das Schreiben der Berichte viel mehr Spaß, wenn Sie es nicht nur bei den 08-15-Vorlagen belassen, sondern für etwas Abwechslung sorgen.

    Tipp Nr. 5: Probieren Sie ein digitales Berichtsheft aus.

    Wenn Sie sich mit dem klassischen Berichtsheft in Papierform partout nicht anfreunden können, kann vielleicht ein digitales Berichtsheft die richtige Lösung für Sie sein. Online-Berichtshefte gibt es in vielen verschiedenen Varianten. Und wenn Sie am Rechner sind und im Internet surfen, können Sie bei der Gelegenheit ja schnell ein paar Sätze in Ihr Berichtsheft schreiben. Fürs Smartphone gibt es inzwischen auch Berichtshefts-Apps. Bei den meisten Programmen müssen Sie Ihre Einträge aber regelmäßig ausdrucken, weil sie nach einer gewissen Zeit gelöscht werden. Ein weiterer Nachteil ist, dass die Programme zum Teil kostenpflichtig sind. Aber zumindest ein Versuch kann sich lohnen, wenn Sie sich mit dem normalen Berichtsheft schwertun.

    Vorlage für ein Berichtsheft

    AUSBILDUNGSNACHWEIS

    Name ____________________ Vorname ____________________

    Ausbildungsberuf ____________________ Fachrichtung ____________________

    Ausbildungsjahr   ____________________

    Ausbildungsnachweis Nr. _____ Zeitraum ____________________

    Ausgeführte Arbeiten / Unterweisungen / Lehrinhalte in der Berufsschule

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    Beginn/Ende ____________________                                                    Stunden _____

    Bemerkungen des Ausbilders

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    Datum, Ihre Unterschrift             Datum, Ausbilder                        Datum, Eltern