Abschlussrede Schule

Sie gehört zu den schönsten Ereignissen in der Schullaufbahn: die Abschlussfeier, bei der feierlich die Abschlusszeugnisse überreicht werden und mit der die Schulzeit offiziell endet. Und natürlich dürfen bei einem so wichtigen Anlass Abschlussreden nicht fehlen. Nur: Wie sieht eine gelungene Abschlussrede aus?

Die Schüler, die Eltern und die Lehrer versammeln sich in der Schulaula. Alle sind festlich gekleidet und gut gelaunt. Die Schüler kommen nacheinander auf die Bühne und nehmen ihre Abschlusszeugnisse entgegen. Sie werden feierlich von der Schule verabschiedet. An den offiziellen Teil schließt sich die eigentliche Abschlussfeier an, bei der im Rahmen einer großen Party ausgelassen das Ende der Schulzeit gefeiert wird. – Mit der Abschlussfeier an der Schule geht ein Lebensabschnitt zu Ende. Viele Jahre lang hat die Schule Ihren Alltag bestimmt. Sie haben Ihre Tage dort verbracht, gelernt, Arbeiten und Klausuren geschrieben, Erfolge gefeiert, Niederlagen wegstecken müssen und sicher auch die eine oder andere Freundschaft geschlossen. All das ist nun vorbei. Sie haben die Schule erfolgreich beendet und jetzt liegt ein neuer Lebensabschnitt vor Ihnen.

Das offizielle Ende der Schulzeit ist ein wichtiger Meilenstein. Deshalb gehört bei einer Abschlussfeier auch eine Abschlussrede unbedingt dazu. Wenn Sie auserkoren wurden, diese Rede zu halten, ist das eine besondere Ehre. Und Sie können sich ziemlich sicher sein, dass sich das Publikum auch viele Jahre später noch daran erinnern wird, dass Sie seinerzeit die Abschlussrede gehalten haben. Aber genau das macht es nicht unbedingt leichter. Wie also formulieren Sie eine gelungene Abschlussrede? Hier sind Infos und Tipps!

Wer hält die Abschlussrede?

Die Abschlussrede wird während der Abschlussfeier gehalten. Genaugenommen gibt es meist sogar gleich mehrere Abschlussreden und mehrere Redner. So ist üblich, dass der Schulleiter eine Rede hält, die sich an die Absolventen, die Eltern und das Lehrerkollegium richtet. Daneben geben der Klassenlehrer und vielleicht noch ein paar andere Lehrer den Absolventen ein paar Worte mit auf den Weg. Manchmal sagt auch ein Elternvertreter etwas.

Und dann gibt es noch die Abschlussrede der Schüler. Sie wird normalerweise vom Schülersprecher oder vom Klassensprecher gehalten. Aber das ist natürlich kein Muss. Wenn ein anderer Schüler besser geeignet scheint und in Sachen Rhetorik fit ist oder einfach Lust hat, die Abschlussrede zu halten, kann er das selbstverständlich tun. Wer die Abschlussrede hält, können Sie also frei bestimmen.

Die Inhalte der Abschlussrede

Die Abschlussrede ist nicht nur irgendeine Rede. Vielmehr ist die Abschlussrede die Gelegenheit, um die gemeinsame Schulzeit noch einmal Revue passieren zu lassen und sich offiziell von der Schule zu verabschieden. Typische Inhalte einer Abschlussrede sind deshalb Erinnerungen an die ersten Schultage an dieser Schule, die gemeinsam verbrachten Schuljahre und das Zusammenwachsen der Schüler zu einer Gemeinschaft. Auch Klassenfahrten, Ausflüge, Schulfeste und andere besondere Highlights werden gerne angesprochen. Daneben können Sie über die Vorbereitungen auf die Abschlussprüfungen berichten oder auf das Abschlussmotto Ihres Jahrgangs eingehen. Ein weiterer fester Bestandteil einer Abschlussrede sind Danksagungen an die Lehrer, den Hausmeister, die Eltern und andere Unterstützer. Immerhin haben sie alle einen Beitrag dazu geleistet, dass Sie jetzt überhaupt auf der Bühne stehen können, Ihr Abschlusszeugnis in der Tasche haben und eine Abschlussrede halten können. An diesem Punkt der Rede ist übrigens auch eine gute Gelegenheit, um kleine Geschenke zu überreichen.

Aber die Abschlussrede muss den Blick nicht nur in die Vergangenheit richten. Ebenso können Sie einen Ausblick in die Zukunft wagen. Schließlich sind Sie und Ihre Mitschüler alle in der gleichen Situation: Der Schulabschluss ist geschafft und für jeden geht es anders weiter. Gleichzeitig werden sich die Wege jetzt trennen und wer weiß, ob und wann Sie sich wiedersehen. Achten Sie nur darauf, dass das Ganze nicht zu melancholisch wird. Die Abschlussfeier ist nicht der richtige Ort, um voller Angst in die Zukunft zu schauen. Im Moment sollte die Freude über den geschafften Abschluss ganz klar überwiegen. Auch kritische Töne können Sie in Ihrer Abschlussrede anstimmen, beispielsweise über das Bildungssystem, den Arbeitsmarkt, die Gesellschaft oder die Schule selbst. Auch hier sollten Sie sich aber nicht zu weit aus dem Fenster lehnen und fair bleiben. Die Abschlussrede darf auf keinen Fall zu einer Abrechnung verkommen!

Die Inhalte für Ihre Abschlussrede im Überblick

Dos Don’ts 
– Erinnerungen an die gemeinsame Schulzeit 

– Anekdoten und amüsante Geschichten 

– Zitate oder typische Redewendungen, gerne auch von Lehrern 

– Abschlussmotto 

– Danksagungen 

– Blick in die Zukunft  

– evt. sanfte Kritik  

– einzelne Lehrer oder Schüler durch den Kakao ziehen 

– Beleidigungen und Beschimpfungen 

– unnötige Zukunftsängste heraufbeschwören 

 

Die Länge der Abschlussrede

Höchstwahrscheinlich werden Sie nicht der einzige Redner auf der Abschlussfeier sein. Und selbst wenn, lässt die Aufmerksamkeit des Publikums früher oder später nach. Setzen Sie sich deshalb von Anfang an ein Limit. Schließlich soll der offizielle Teil der Abschlussfeier irgendwann ein Ende finden, damit das Büffet gestürmt und anschließend das Tanzbein geschwungen werden kann. Eine gute Länge hat Ihre Abschlussrede, wenn sie sich in einem Zeitrahmen von etwa zehn Minuten bewegt. Diese Zeit sollte Ihnen ausreichen, um alles Wichtige loszuwerden.

Das Schreiben der Abschlussrede

Eine Rede ist im Prinzip genauso aufgebaut wie ein Aufsatz oder ein Referat. Das bedeutet: Auch die Abschlussrede gliedert sich in drei Abschnitte, nämlich eine Einleitung, einen Hauptteil und einen Schlussteil. Doch bevor es soweit ist, dass Sie an den Formulierungen feilen können, dauert es ein bisschen. Gehen Sie deshalb am besten systematisch, also Schritt für Schritt vor:

1. Schritt: Sammeln Sie Ideen.

Überlegen Sie sich zuerst, was Sie in Ihrer Abschlussrede ansprechen möchten. Dabei können Ihnen beispielsweise folgende Fragen weiterhelfen:

  • Was soll die zentrale Aussage oder die entscheidende Botschaft meiner Abschlussrede sein?
  • Was möchte ich unbedingt loswerden?
  • Welche Ereignisse und welche Personen sollten auf jeden Fall erwähnt werden?
  • Was hat meine Schulzeit geprägt? Was war das Besondere, das mir in Erinnerung bleiben wird und an das ich immer wieder zurückdenken werde?

Die Ideensammlung müssen Sie aber natürlich nicht alleine bewerkstelligen. Sie können sich auch mit einigen Mitschülern zusammensetzen und gemeinsam überlegen, was passende Themen für die Abschlussrede wären.

2. Schritt: Gliedern Sie Ihre Inhalte.

Nach der Ideensammlung geht es mit dem Gliedern Ihrer Inhalte weiter. Überlegen Sie sich einen roten Faden, der sich durch Ihre Abschlussrede zieht. Schön ist beispielsweise ein Zitat, eine Anekdote oder eine Frage, die die Rede eröffnen, zwischendurch auftauchen und die Rede beenden. Auch das Abschlussmotto kann das Gerüst für Ihre Abschlussrede liefern. Sortieren Sie Ihre Inhalte dann in die Einleitung, den Hauptteil und den Schlussteil.

Die Einleitung

Die Einleitung ist ziemlich wichtig. Denn die ersten Sätze entscheiden darüber, ob Ihnen das Publikum gerne und aufmerksam zuhören wird. Verzichten Sie deshalb auf einen langatmigen Einstieg. Kommen Sie besser gleich nach der Begrüßung auf den Punkt. Ein Zitat, eine kurze Anekdote oder ein witziger Spruch eignen sich beispielsweise gut, um die Rede unterhaltsam zu eröffnen.

Der Hauptteil

Für den Hauptteil können Sie auf Ihre gegliederte Ideensammlung zurückgreifen. Damit Ihre Rede nicht zu ausschweifend wird, sollten Sie sich auf drei, höchstens vier Aspekte beschränken. Bringen Sie diese Punkte dann in eine logische und nachvollziehbare Reihenfolge. Enthält Ihre Rede lustige Anekdoten und ernstere oder kritische Töne, sollten Sie diese beiden Komponenten abwechseln. Dadurch bleibt Ihre Rede im Gleichgewicht und Sie riskieren nicht, dass die Stimmung irgendwann kippt.

Der Schlussteil

Der Schlussteil beendet Ihre Rede. Ihn können Sie ruhig kurz und knackig halten, denn alles Wesentliche haben Sie ja schon im Hauptteil gesagt. Ähnlich wie bei der Einleitung können Sie Ihre Abschlussrede mit einem Zitat oder einem Gag abschließen. Sie können aber auch eine Frage in den Raum stellen, die Sie offen lassen und die jeder für sich selbst beantworten kann. Oder Sie beenden Ihre Rede mit einer Aufforderung oder einem Hinweis, der sich auf den nächsten Programmpunkt bezieht.

Um Ihre Abschlussrede aufzulockern, können Sie auch Fotos verwenden, die dann hinter Ihnen eingeblendet werden. Bestimmt finden sich Schnappschüsse von Klassenfahrten, Ausflügen, Schulfesten und anderen Ereignissen. Allerdings sollten Sie es nicht übertreiben. Denn Ihre Rede muss im Vordergrund stehen. Wenn ständig irgendwelche lustigen Bilder eingeblendet werden, wird sich das Publikum mehr auf die Fotos als auf Ihre Rede konzentrieren. Zudem sorgt jede neue Einblendung für Gelächter und damit für Unruhe. Die Bilder sollten Ihre Rede also, wenn überhaupt, nur stellenweise unterstützen.

3. Schritt: Formulieren Sie die Rede aus.

Steht das Konzept, können Sie Ihre Abschlussrede ausformulieren. Verwenden Sie dabei eine eher einfache Sprache und halten Sie Ihre Sätze kurz. Lange, verschachtelte Sätze und komplizierte Ausdrücke sind für das Publikum oft nur schwer nachzuvollziehen. Verzichten Sie außerdem auf Zungenbrecher. Wenn Sie Ihre Rede vortragen, werden Sie ohnehin schon nervös genug sein und sich vielleicht das eine oder andere Mal verhaspeln. Haben Sie dann auch noch lauter Wörter eingebaut, die Sie kaum über die Lippen bringen, wird die Rede schnell zu einem unverständlichen Gestotter.

Ganz wichtig: Üben Sie Ihre Abschlussrede!

Ihre fertige Rede sollten Sie unbedingt mehrmals üben. Stellen Sie sich aufrecht hin und tragen Sie Ihre Rede laut vor. Je besser Sie den Text kennen, desto entspannter können Sie ihn vortragen. Natürlich müssen Sie die Rede nicht auswendig lernen. Aber Sie sollten nicht nur stur vom Blatt ablesen, sondern immer wieder den Blickkontakt zum Publikum suchen. Wichtig ist außerdem, dass Sie laut, deutlich und nicht zu schnell sprechen. Schließlich soll Sie jeder im Publikum ja verstehen können. Und planen Sie Pausen ein. Geben Sie Ihrem Publikum ruhig die Gelegenheit, über die Gags, die Sie sich so mühsam überlegt haben, auch zu lachen.

  • Noch ein Tipp zum Schluss: 

Machen Sie sich nicht verrückt! Klar ist die Abschlussrede eine große Sache. Aber ganz ehrlich: Die meisten Leute aus dem Publikum werden Sie in dieser Form so schnell nicht wiedersehen. Und in Erinnerung wird bleiben, wer die Abschlussrede gehalten hat. Was die Inhalte waren, ist ziemlich schnell wieder vergessen. Also machen Sie es sich nicht unnötig schwer. Sondern genießen Ihre letzte Heldentat als Schüler!

Als Anregung: Vorlage für eine Abschlussrede in der Schule

Liebe Mitschüler, 

sehr geehrte/r Frau/Herr Direktor/in …, 

werte Lehrerinnen und Lehrer, 

liebe Eltern und Freunde, 

zuerst einmal muss ich uns selbst gratulieren: Wir haben es geschafft! Die Abschlussprüfungen sind erfolgreich be- und überstanden, das Abschlusszeugnis ist in der Tasche! Ihr könnt also stolz auf und sein – und wir sind es auch!

Gleichzeitig endet mit dem heutigen Tag unsere Schulzeit. In den vergangenen … Schuljahren haben sich unsere Lehrerinnen und Lehrer redlich bemüht, uns möglichst viel beizubringen. Wir haben zwar nicht immer verstanden, wofür wir das eine oder andere brauchen. Und so manche bevorstehende Klassenarbeit hat uns schlaflose Nächte bereitet. Aber wir fühlen uns gut gewappnet – und dafür, ebenso wie die manchmal schier grenzenlose Geduld, möchten wir uns herzlich bedanken.

Apropos Geduld: Die war auch dringend notwendig, wenn wir auf Klassenfahrt waren oder Ausflüge unternommen haben. Wir haben ein paar Schnappschüsse zusammengestellt, die Sie jetzt sehen… Und die Bilder lassen wir jetzt einfach einmal unkommentiert, wenn auch mit einem Lächeln und einem Augenzwinkern, stehen.

Mit dem Abschluss endet unsere Schulzeit und zugleich unsere gemeinsame Zeit. Jeder von uns wird seinen Weg gehen. Einige von uns fangen bald Ihre Berufsausbildung/Ihr Studium an. Andere gehen ins Ausland. Wieder andere nehmen sich erst einmal eine Auszeit. Ein paar wissen noch nicht, was sie machen wollen. Eines aber ist Fakt: Uns stehen viele Möglichkeiten offen. Wir werden Entscheidungen treffen müssen. Und vielleicht wird sich die eine oder andere Entscheidung als falsch herausstellen. Aber wir haben die Chance, unsere Wünsche und Träume zu verwirklichen. Ich wünsche uns allen, dass uns das gelingt.  

Abschließen möchte ich meine Rede frei nach Paulchen Panther: Unsere Wege werden sich zwar erst einmal trennen. Aber: Heute ist nicht alle Tage. Wir sehen uns wieder – keine Frage!